Raiffeisenbank übergibt Postverteilzentrum

RVL hat sich ein neues Geschäftsfeld gesucht, um Geld zu verdienen

Die Raiffeisenbank Vilshofener Land hat Neuland betreten und 1,5 Millionen Euro in eine
Gewerbeimmobilie investiert. Damit hat die RVL auf die anhaltende Niedrigzinsphase reagiert,
die es auch den Banken immer schwieriger macht, Gelder gewinnbringend anzulegen, wenn
sie nicht höhere Risiken eingehen wollen.

Mit dem Erwerb eines brachliegenden, verwilderten Geländes am südlichen Ortseingang von
Vilshofen wurde im Jahr 2014 der Grundstein für diese Investitionsmöglichkeit gelegt. Für das
darauf zu errichtende Gebäude war zuvor schon ein absolut solventer Mieter gefunden: Die
Deutsche Post AG. Sie war auf der Suche nach neuen Räumen. Die beengten Verhältnisse in
den „alten“ Postgebäuden in der Aidenbacher Straße erlaubten es nicht, Briefe und Pakete
mit Lastzügen anzuliefern. Das ist nun vorbei - die Zufahrt zum neuen Postverteilzentrum er-
folgt ohne Engpässe über das Gewerbegebiet in Linda.

Bau-Ingenieur Stefan Straubinger aus Aldersbach konnte bei der Planung sämtliche baulichen
Wünsche seitens der Post AG berücksichtigen. Nach dem Spatenstich im März 2016 entstand
in sechsmonatiger Bauzeit eine 65 mal 19 Meter große Halle. Unter den 4,50 Meter breiten
Vordächern können die Fahrzeuge andocken. Mit den neuen Räumlichkeiten wurden alle Vor-
aussetzungen einer modernen Logistikstation für die Zustellung der Briefe, Pakete und Päckchen
zur Versorgung der Postkunden in den Gemeinden Vilshofen an der Donau, Hofkirchen, Windorf,
Aidenbach, Aldersbach und Beutelsbach erfüllt. Der neue Zustellstützpunkt versorgt eine Fläche
von ca. 260 qkm mit rund 16.700 Haushalten und über 32.800 Einwohnern. In dieses Gebäude
ziehen auch zehn Postboten aus dem bisherigen Zustellstützpunkt Aidenbach ein. Somit sorgen
nun täglich 31 Postboten dafür, dass jährlich knapp 8,8 Mio. Briefe, Wurfsendungen, Pakete und
Päckchen von Montag bis Samstag pünktlich und sicher zu ihren Empfängern kommen. Alle Bauaufträge wurden ausschließlich an heimische Firmen und Handwerker vergeben. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa 170 kWp angebracht. Auch an die Zukunft wurde gedacht: Vorsorglich verlegten die Handwerker jede Menge Leerrohre, um später ohne großen zusätzlichen Aufwand Ladestationen für Elektromobile zu schaffen.