Hier geht die Post ab

Einweihungsfeier im neuen Zustellstützpunkt - 59 Mitarbeiter bedienen von hier aus 33 Zustellbezirke

Vor sechs Wochen ist die Post in Vilshofen von ihrem alten Standort in der Aidenbacher Straße ins Gewerbegebiet Linda auf eine Fläche hinter dem Kaufland umgezogen. Die 59 Mitarbeiter haben sich an die neuen besseren Arbeitsbedingungen gewöhnt. Gestern Nachmittag fand die Einweihungsfeier statt, bei der sich nicht nur die Postler glücklich über den neuen Arbeitsplatz zeigten, sondern auch die politischen Vertreter. „Schön, dass Sie sich für den Standort in Vilshofen entschieden haben“, bedankte sich Bürgermeister Florian Gams. „Und fürs Passauer Land“, ergänzte Landrat Franz Meyer. „Und für uns als Partner“, sagte Klaus Prähofer, Vorstands-vorsitzender der Raiffeisenbank Vilshofener Land. Sie hat das Gebäude für 1,4 Millionen Euro gebaut und für zehn Jahre an die Post vermietet. Ein Neubau des Zustellstützpunktes stand an, weil die alte Post am Rande des Stadtkerns nicht mehr den Anforderungen genügte. Schließlich hatten sich die Aufgaben der Post gewandelt. Vor sechs Jahren setzte der Boom mit Internet-Verkäufen ein. Damit verbunden war ein verstärkter Paketversand. Die alten Räume waren verwinkelt, es fehlten Rampen für die Anlieferung und für das Beladen der Zustellfahrzeuge. Im Rahmen der Privatisierung war das Postgebäude (als Teil eines Gesamtpakets) an Großinvestoren verkauft worden. Im November 2012 erwarb es die Raiffeisenbank Vilshofener Land. Als die Post anklingen ließ, dass sie eine Lösung für die beengten Verhältnisse anstrebe, erklärte sich die Bank bereit, ein neues Gebäude zu bauen. Im November 2014 gab es dafür grünes Licht, im März 2016 war Spatenstich, sieben Monate später erfolgte die Übergabe. Beide Seiten sprechen von einer sehr guten Zusammenarbeit. Niederlassungsleiter Franz Dagner war verhindert, sein Stellvertreter Heinrich Senft lobte die nun optimalen Arbeitsbedingungen für die 59 Mitarbeiter. Die Aidenbacher Kollegen wurden in den neuen Stützpunkt integriert. Auf 33 Zustelltouren versorgen sie die Kommunen Vilshofen, Hofkirchen, Windorf, Aidenbach, Aldersbach und Beutelsbach (32 800 Einwohner) wöchentlich mit 124 000 Briefen, 35 900 Postwurfsendungen und 7200 Paketen. Die Arbeitsabläufe konnten optimiert werden, was einen täglichen Zeitgewinn von mindestens 30 Minuten bringt. Bürgermeister Florian Gams und Landrat Franz Meyer bedankten sich in der einstündigen Feier, der sich ein Essen mit den Mitarbeitern anschloss, für die Zuverlässigkeit der Post. „Die Post ist da – auch in Zukunft“, sagte Meyer. Gams sprach von einer guten Entwicklung. Ein solcher Zweckbau ohne Kundenverkehr sei in einem Gewerbegebiet gut aufgehoben. Nun gelte es, das Gelände mit dem alten Gebäude sinnvoll in die städtebauliche Entwicklung einzu-binden. Während die Politiker jeweils die Wappen (in Zinn und Glas) ihrer Kommune übergaben, hatte Vermieter Klaus Prähofer einen Gutschein über 100 Liter Bier für die Mitarbeiter dabei. „Für ein gscheits Betriebsfest“, wie er meinte. Die beiden Pfarrer Lothar Zerer und Alexander Schlierf sangen ein hohes Lied auf den Brief, dem eine ganz andere Bedeutung und Gewichtung zukomme als einer Nachricht per Mail oder WhatsApp. „Ein Brief hat Qualität. Ein Brief wird in Ehre gehalten. In Briefen geht es um Liebe, Trauer, Einladungen und Bekenntnisse. Sie können sehr wertvoll sein“, sagte Zerer. An die Mitarbeiter gewandt, sagte er: „Sie als Postler sind als Über-bringer sehr wichtig. Schön ist, dass sich die Menschen auf die Post verlassen können.“ Das wurde mit dem kirchlichen Segen bekräftigt.

Vor acht Monaten standen sie beim Spatenstich für das neue Gebäude ähnlich aufgereiht, nun stehen sie an der Verteilerwand für die Briefe, von rechts der Abteilungsleiter Auslieferung, Heinrich Senft, für die Raiffeisenbank als Investor die Vorstände Klaus Prähofer und Helmut von Hasselbach, Bürgermeister Florian Gams, Landrat Franz Meyer, die beiden Pfarrer Alexander Schlierf und Lothar Zerer, Bauingenieur Stefan Straubinger und Post-Vertreter Helmut Muhr.