Den Energiefressern auf der Spur

Unterricht mit Klimaschutzmanager Michael Barth – Projekt in allen 3. Klassen der Stadt

Es sind oft die kleinen Dinge: Ein Vorhang über dem Thermostat, eine Computermaus im Standby-Modus, ein gekipptes Fenster oder ein nicht abgestecktes Ladegerät. In einer Doppelstunde lernen gerade alle Drittklässler der Stadt, wie man den Energieverbrauch im Alltag senken kann. In vier Schulhäusern war Vilshofens Klimaschutzmanager Michael Barth schon, jetzt steht er gerade vor der 3. Klasse in Alkofen, am Montag ist mit Pleinting der letzte Ort dran. „Wie viel Grad zeigt das Thermometer jetzt an?“, fragt an seiner Seite Brigitte Pollok-Will und die Finger schnellen in die Höhe. Die FW-Stadträtin und pensionierte Gymnasiallehrerin unterstützt Barth bei seiner Klima-Tour durch die Vilshofener Grundschulen. Insgesamt 116 Kinder profitieren von diesem Unterricht der besonderen Art – und nicht nur sie. „Über die Kinder erwischt man auch die Eltern“, weiß Michael Barth. Deshalb gibt er den Acht und Neunjährigen die Hausaufgabe, daheim auf die Suche nach Energiespar-Tipps zu gehen und den Eltern die gelernten Gegenmaßnahmen vorzuschlagen: Den Vorhang vom Thermostat fernhalten, die Maus samt Computer an eine abschaltbare Steckleiste hängen, stoßlüften statt kippen und Ladegeräte immer abstecken. Die Liste der Energiespartricks, die die Kinder mit ihren Besuchern erarbeiten, wächst und wächst. „Das sind lauter kleine Dinge, aber sie summieren sich“, erklärt Michael Barth. Das Projekt hat er auch schon im vergangenen Schuljahr in allen dritten Klassen durchgeführt und ist von dessen Erfolg überzeugt. Alle Energiefresser im Alkofener Schulgebäude hat Barth schon zum Jahresbeginn systematisch aufgelistet und im Februar vorgelegt. Schulleiterin Margarethe Wimmer zeigt den dicken Schnellhefter mit den vielen Fotos und Vorschlägen. Eines von vielen Ergebnissen dieses Energie-Audits sind zentrale Stromschalter für jedes Klassenzimmer. So lassen sich mit einer einzigen Handbewegung alle Geräte vom Netz trennen. Das verhindert, dass Computer, Dokumentenkameras, Beamer oder andere Geräte weiter auf standby laufen und Strom verbrauchen. „Pro Stunde spart das in jedem Klassenzimmer 20 bis 25 Watt“, rechnet Michael Barth vor. Über 100 Kilowattstunden im Jahr helfen solch kleine Dinge einzusparen. Auch die größeren Dinge sind in dem über 50 Jahre alten Gebäude schon erledigt. Die energetische Sanierung der Schule Alkofen ist abgeschlossen und eine neue Hackschnitzelheizung eingebaut. „Ich bin überzeugt, dass alle Maßnahmen miteinander den Energiebedarf um mindestens die Hälfte senken werden“, sagt ÜW-Stadtrat Rudi Emmer, dessen Elektrofirma das Unterrichtsprojekt gemeinsam mit der Raiffeisenbank sponsert. Bürgermeister Florian Gams ergänzt: „Allein durch die Heizung rechne ich mit 15 000 Einsparung jährlich“.

Quelle: Redaktion Vilshofen

Was steht auf dem Strom-Messgerät? Die Alkofener Drittklässler sind beim Unterricht mit Klimaschutzmanager Michael Barth (vorne) und Brigitte Pollok-Will (hinten 2. v. re.) eifrig bei der Sache. Dass die Kinder schon eine ganze Menge wissen, beeindruckt (hi. v. re) Bürgermeister Florian Gams, Raiffeisenbank-Vorstand Klaus Prähofer und Raiba-Geschäftsstellenleiter Marco Wellner, Schulleiterin Margarathe Wimmer, den Landkreis-Klimaschutzbeauftragten Peter Ranzinger und Sponsor Rudi Emmer. Kleinanzeige